Berlin, Prenzlauer Berg: 63 neue Politessen und 63 neue Münz-Automaten

Der Prenzlauer Berg hat zum 1. April 2013 zwei neue Parkzonen bekommen.

Es ist jedes Mal wie ein kleines Konjunkturprogramm für einen Berliner Bezirk: die Schaffung einer neuen Parkbewirtschaftungszone. Parkscheinautomaten müssen eingekauft und aufgestellt, kostenpflichtige Anwohnervignetten und Ausnahmegenehmigungen für Gewerbetreibende ausgegeben und – vor allem – neue Mitarbeiter im Ordnungsamt eingestellt werden.

Stolz durfte Torsten Kühne (CDU), Bezirksstadtrat für Verbraucherschutz, Kultur, Umwelt und Bürgerservice, nun die Ausweisung zweier neuer Parkzonen im Prenzlauer Berg zum 1. April 2013 verkünden: die Zone 44 rund um das Bötzowviertel und die Zone 45 rund um Arnimplatz und Humannplatz. Gleich 63 neue Politessen (bzw. Politeure) mussten deshalb eingestellt werden – im Schnitt macht dies 1 Kontrolleur für 160 Parkplätze. Nicht schlecht.

Und damit sich das Ganze auch rechnet, hat man es leider nicht geschafft, auch gleich noch die 343 neuen Parkscheinautomaten rechtzeitig aufzustellen. Nur 63 der Automaten standen am 1. April 2013 bereit. Man sei vom Winter völlig überrascht worden, heißt es im Bezirksamt. Von dem Winter, wohl gemerkt, den es, ganz unvorhergesehen, im Januar, Februar und März gegeben hat. Wer nicht bereit ist, die deshalb mitunter rund 300 Meter bis zum nächsten Parkscheinautomaten hin und wieder zurück zu laufen, oder wer gar das Zonen-Park-Schild irgendwo 2 Kilometer vorher beim Einfahren in die Zone übersehen hat, kann sich sicher sein, von einem der neuen 63 Außendienst-Mitarbeiter rasch entdeckt zu werden. Wie praktisch ist es da, dass ausgerechnet ebenfalls zum 1. April 2013 das Bußgeld für den nicht gezogenen Parkschein von 5 € auf 10 € erhöht worden ist. Berlin erwartet, nach dieser Erhöhung etwa 5.000.000 € pro Monat an Bußgeldern allein von Parksündern einkassieren zu können.

Wie immer wird als Grund für dieses Konjunkturprogramm darauf hingewiesen, es gebe Verdrängungseffekte in den benachbarten Gebieten, die bereits über Parkzonen verfügten. Diese Effekte gelte es einzudämmen. Nun ja, mit dieser Begründung wird man sukzessive irgendwann einmal die Parkzonen bis an den Ostseestrand ausgebaut haben müssen…